EYJAFJALLAJÖKULL, 2016
Video, 2‘30“, Farbe, Ton

Eyjafjallajökull ist der isländische Name des Eyjafjöll-Gletschers, der an der äußersten Südküste Islands liegt. Die Bezeichnung Gletscher allein ist für diese Naturformation nicht ausreichend, denn unter dem Gletscher befindet sich auch ein Vulkan, der durch seine Eruption im Jahr 2010 nicht nur wegen seines unaussprechlichen Namens für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Der Ausstoß einer massiven Aschewolke legte den gesamten Flugverkehr über Nord- und Mitteleuropa für mehrere Tage lahm.
Das gleichnamige Video EYJAFJALLAJÖKULL (2016) ist während eines Künstlerstipendiums in Island entstanden. Die Videoarbeit folgt keiner narrativen Erzählstruktur, vielmehr nehmen Bild und Ton eine gleichwertige Rolle ein. In rhythmischer Abfolge tauchen konstant wiederkehrende Bilder und Töne auf. Der Sound variiert von weichen Tönen bis hin zu ryhtmischen sirenenartigen Geräu- schen, die bedrohlich wirken. Zwischendurch ertönt eine Sequenz aus Sufi-Musik, eine islamische Musik, die zur rituellen Glaubenspraxis von Anhängern des Sufismus gehört.
In wiederkehrenden Aufnahmen, wie das „Ergreifen“ eines Gletschers, kombiniert die Künstlerin einen auffälligen Schriftzug, der den Titel dieser Arbeit trägt. Dabei hört der Betrachter gleichzeitig immer wieder den fast unausprechlichen Namen des Gletschers in unterschiedlichen Aussprecharten, die die Künstlerin als Sound-Footage-Material zu einer Art Refrain collagiert hat. Als Protago- nist des Videos taucht ein dunkelhäutiger, muslimischer Mann beim Beten auf - der erste Isländer, den die Künstlerin während ihres Aufenthalts kennengelernt hat.

35_bild-drei-is.png
       
35_bild-zwei-is.png
       
35_bild-eins-.png