Denise I, 2014
Einkanal-Videoinstallation
0‘52“, Farbe, ohne Ton

Die Videoarbeit Denise zeigt eine junge, schlafende Frau, die auf einer Sonnenbank liegt. Der Kameraausschnitt ist auf ihr Gesicht und einen Teil ihres nackten Oberkörpers reduziert. Die Protagonistin hat gebräunte Haut, langes, blond gefärbtes Haar und ein perfekt geschminktes Gesicht, das sie leicht der Kamera zugewendet hat. Die nackte Schulter der Schlafenden ist mit Tattoos und einem Schmuckimplantat verziert.
Die Regungslosigkeit der Frau lässt zunächst darauf schließen, dass es sich hier um eine Fotografie handelt. Bei längerer Betrachtung wird dieser erste Eindruck durch den stetigen Farbwechsel der Sonnenbankbeleuchtung aufgelöst. Ebenso verstärken die natürlichen, körperlichen Reflexe der Frau, wie das Heben des Brustkorbs beim Atmen und das Zucken ihrer Wimpern den filmischen Charakter.

Die Identität der Hauptfigur Denise bleibt dem Betrachter verborgen, dennoch verrät ihr Äußeres die Zugehörigkeit zu einer Subkultur, ihre innere Haltung, sowie ihren Wunsch nach Individualität. Denise polarisiert, und darin liegt auch ihre existenzielle Verletzbarkeit. Die monumentale Präsenz der Hauptfigur erzeugt eine Spannung, die sich zwischen Porträt und Milieustudie bewegt und die Grenzen zwischen Fotografie und Video auslotet. Der Film begreift sich somit als Fortführung des klassischen Porträts. Der bewusst gewählte Ort der Sonnenbank repräsentiert einen Moment der Intimität, in dem klischeehafte kulturelle Vorstellungen und die gleichzeitige Abgrenzung des Betrachters zusammentreffen.